Cybermobbing - Den richtigen Umgang mit Apps und Smartphone erlernen

Mittelschule Hemau - Mediensicherheitstrainer Jörg Kabierske beim Workshop

16.01.2019 Der verantwortungsbewusste Umgang mit dem Smartphone stand einen Vormittag lang im Mittelpunkt des Unterrichts der 6. und 7. Klasse der Mittelschule in Hemau. Im Rahmen eines Workshops zum Thema „Cybermobbing“ vertiefte der Mediensicherheitstrainer Jörg Kabierske der Firma „klicksalat.de“ bei den rund 50 Schülerinnen und Schülern diesen - in gerade dieser Altersstufe - bedeutenden Interessensbereich.

Seit 15 Jahren ist Kabierske, der in Regensburg lebt, bundesweit zu dieser Thematik unterwegs. Sein Ziel ist es, Jugendlichen eine vernünftige Bildschirmnutzung und den richtigen Umgang mit den Smartphones sowie deren Software zu vermitteln.

Die ersten Aspekte, auf die Kabierske einging, waren die Gesichtspunkte Rechtsverstöße, Gesundheit und Privatsphäre – bezogen sowohl auf den Nutzer selbst als auch auf den Kommunikationspartner. Dabei kamen beim Brainstorming der Schüler viele Punkte wie Gewalt(verherrlichung), Pornografie, Datendiebstahl und Begrenzung der Smartphonezeit zur Sprache. Kabierske riet dazu, die Freunde im richtigen Leben zu besuchen und das Smartphone auch mal ausgeschaltet zu lassen.

Ein weiteres Thema war die Datensicherheit („Cloud-Computing“), wobei deutlich wurde, dass fast jede App eine Cloud-Anwendung ist. „Daten werden in der Wolke hinterlegt und können dort nicht mehr gelöscht werden. Es gibt hier keine Privatsphäre mehr“, klärte Kabierske auf. Daher sei es immens wichtig, zu entscheiden, was man zum Beispiel in WhatsApp schreibt. Der Mediensicherheitstrainer riet, persönliche und intime Dinge nicht zu posten. Aber auch bei Fotos riet er zur Vorsicht und konkretisierte das mit der Bilderrückwärtssuche in Google.

Beim Thema Rechtsverstoß verwies Kabierske auf die (Straf)Tatbestände Beleidigung, üble Nachrede, Verleumdung, Urheberrecht und Persönlichkeitsrechte, die alle – wie er an Beispielen ausführte - durch Äußerungen in Sozialen Medien erfüllt waren, vor Gericht landeten oder sogar zu einem Selbstmord führten. Daher empfahl er den Jugendlichen, Toleranz und Respekt zu üben, und nicht alles via Smartphone zu übermitteln, was man gerade denkt und fühlt“.

Cybermobbing selbst beschrieb er als „das Ausgrenzen und Beleidigen über Smartphone und Internet“. Zur Vermeidung empfahl er respektvolles Denken, Sprechen, Schreiben und Verhalten. Beim Cybermobbing sei es wichtig, dem Betroffenen zu helfen, sich als Täter zu entschuldigen und seitens des Betroffenen die Entschuldigung anzunehmen - sowohl im entsprechenden Medium als auch im echten Leben.

Den beiden Schulklassen gab der Mediensicherheitstrainer als Hausaufgabe mit auf den Weg, einen Klassenvertrag mit folgenden zentralen Inhalten zu erstellen: „Das vermeiden wir in WhatsApp. So sieht Respekt in WhatsApp aus. So verhalten wir uns bei Cybermobbing“. Aspekte dazu erarbeiteten die Schüler am Ende des Workshops, eine Nacharbeit dazu gibt es noch im regulären Unterricht.

Kategorien: Landkreis