Radmobilität: Landkreis Regensburg setzt mit 887 Kilometern Radverkehrszielnetz neue Maßstäbe

Das neue Radmobilitätskonzept des Landkreises soll Ende März vorliegen. Das Planungsbüro RV-K stellte bei der zweiten Plenumsveranstaltung im Landratsamt den aktuellen Projektstand vor, von links: Dr. André Suck, Klimaschutzmanager des Landkreises Regensburg, Elisabeth Sojer-Falter, Leiterin der Abteilung Regionalentwicklung und Wirtschaft am Landratsamt Regensburg, Landrätin Tanja Schweiger, Projektleiter Thorsten Zobel und Geschäftsführer Paul Fremer vom Planungsbüro RV-K. (Foto: Landratsamt Regensburg, Hans Fichtl).
Das neue Radmobilitätskonzept des Landkreises soll Ende März vorliegen. Das Planungsbüro RV-K stellte bei der zweiten Plenumsveranstaltung im Landratsamt den aktuellen Projektstand vor, von links: Dr. André Suck, Klimaschutzmanager des Landkreises Regensburg, Elisabeth Sojer-Falter, Leiterin der Abteilung Regionalentwicklung und Wirtschaft am Landratsamt Regensburg, Landrätin Tanja Schweiger, Projektleiter Thorsten Zobel und Geschäftsführer Paul Fremer vom Planungsbüro RV-K. (Foto: Landratsamt Regensburg, Hans Fichtl).

12.02.2020 Das neue Radmobilitätskonzept des Landkreises Regensburg geht in die Schlussetappe. Geschäftsführer Paul Fremer und Projektleiter Thorsten Zobel vom beauftragten Planungsbüro RV-K (Frankfurt am Main) stellten jetzt bei der zweiten Plenumssitzung im großen Sitzungssaal des Landratsamtes den aktuellen Projektstand vor. Etwa 70 Vertreter von Politik, Behörden, Radverbänden sowie Verkehrsbetrieben waren der Einladung von Landrätin Tanja Schweiger gefolgt. Ziel der Veranstaltung war, die vom Planungsbüro erarbeiteten Maßnahmenvorschläge in Workshops zu bewerten sowie die vom Büro vorgenommene Priorisierung zu bestätigen oder zu verändern. Das daraus entstehende Maßnahmenpaket wird in der eingerichteten Steuerungsgruppe Anfang März nochmals final besprochen. Der Abschlussbericht kann so voraussichtlich Ende März an Landrätin Tanja Schweiger übergeben werden.

Projektbeauftragter Thorsten Zobel erläuterte den aktuellen Projektstand. Aus der Online-Bürgerbeteiligung – mit 1.829 Meldungen die „erfolgreichste, die wir bisher durchgeführt haben“ –, den Erkenntnissen der stattgefundenen Vor-Ort-Befahrung mit 1.400 Kilometern und 12.000 Bildern, aus zwei Schulworkshops und aus zahlreichen Gesprächen mit Vertretern der 41 Landkreiskommunen und weiterer Straßenbaulastträger sei jetzt ein Radverkehr-Zielnetz mit 887 Kilometern entstanden. Davon beträfen 121 Kilometer überregionale Verbindungen, 278 Kilometer regionale Verbindungen und 488 Kilometer nahräumliche Verbindungen. Vom empfohlenen Gesamtzielnetz von 887 Kilometern bedürften nach heutigem Stand 207 Kilometer eines Ausbaus oder einer Optimierung. So müssten beispielsweise auf 128,5 Kilometer Radwege neu gebaut werden, auf 40,6 Kilometer bedürfe es einer Asphaltierung der Oberfläche, auf 7,4 Kilometer sei eine Ausbesserung der Oberfläche notwendig. Des Weiteren sollte auf 9,3 Kilometer eine Fahrradstraße angeordnet werden, auf 8,2 Kilometer müsste – so der Vorschlag – die Benutzungspflicht aufgehoben werden. In den Workshops wurden – abgestellt auf vier Teilräume des Landkreisgebietes – von den Plenumsteilnehmern die vom Planungsbüro vorgenommenen Maßnahmenpriorisierungen diskutiert. Die vorgebrachten Verbesserungsvorschläge werden für die Finalfassung des Zielnetzes überprüft und sollen anschließend der Steuerungsgruppe nochmals vorgestellt werden.

Landrätin Tanja Schweiger: „Mit dem Radmobilitätskonzept setzt der Landkreis Regensburg deshalb neue Maßstäbe, weil das neu entstehende ´Zielnetz Radverkehr´ erstmals alle Straßenbaulastträger mit einschließt und somit ein Gesamtkonzept aus einem Guss entsteht. Denn für die Bürgerinnen und Bürger ist nicht wichtig, welches Amt für welchen Teilabschnitt zuständig ist, sondern ob es eine sichere und qualitativ gute Radwegeverbindung gibt, wenn sie von A nach B fahren wollen. Das wird mit diesem Konzept erreicht. Dass dabei ein breiter konzeptioneller Ansatz in Einklang gebracht werden konnte mit einem kompaktem Projektablauf, ist deshalb wichtig, weil so der Radverkehr mit einfließen kann in das neue Gesamtmobilitätskonzept für die Region Regensburg.“ Das Radmobilitätskonzept schaffe die Rahmenbedingungen und auch die konzeptionellen Grundlagen für die dann folgende Umsetzung der konkreten Projekte durch die jeweils zuständigen Baulastträger.

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