Wörth-Wiesent ist erste Grundschule Bayerns mit KIWI

Die Deutschklasse 3/4 in der Grundschule Wörth-Wiesent freut sich über den Besuch des KIWI-Teams Leonie Kutz (4. v. li. hinten) und Raid Merid (3. v. re. hinten). Für Klassenleiterin Birgit Meierhofer (li. hinten) und Angelika Hilpert und Ulrike Aschenbrenner (re. hinten) von der Jugendsozialarbeit ist es eine willkommene Abwechslung, die Klasse mal von außen in Aktion zu betrachten. Foto: PresseSollfrank
Die Deutschklasse 3/4 in der Grundschule Wörth-Wiesent freut sich über den Besuch des KIWI-Teams Leonie Kutz (4. v. li. hinten) und Raid Merid (3. v. re. hinten). Für Klassenleiterin Birgit Meierhofer (li. hinten) und Angelika Hilpert und Ulrike Aschenbrenner (re. hinten) von der Jugendsozialarbeit ist es eine willkommene Abwechslung, die Klasse mal von außen in Aktion zu betrachten. Foto: PresseSollfrank

11.07.2019 Die Grundschule Wörth-Wiesent ist die erste Grundschule Bayerns, die das Integrationsprojekt KIWI der Organisation CARE zu sich holen konnte. Mit KIWI – „Kinder und Jugendliche Willkommen“ – leistet das CARE-Team seit 2016 Integrationsarbeit in weiterführenden Schulen Deutschlands. KIWI richtet sich dabei an Kinder mit und ohne Flucht- und Migrationshintergrund – bis zum Sommer 2018 vor allem an ältere Schüler. Dann ging CARE auch auf die Grundschulen zu. „Für interkulturelle Integration ist es nie zu früh“, versichert Leonie Kutz von CARE.

Schnick-Schnack-Schnuck-Action, eine Geschichte des kleinen KIWI über Selbstbewusstsein oder die magische Kachel, die den Kindern konzentriertes Teamwork abverlangt – Leonie Kutz und Raid Merid von CARE schaffen es mit links, an den beiden KIWI-Aktionstagen am 9. und 10. Juli die Deutschklasse 3/4 in Wiesent zu begeistern. Wer zuschaut, dem wird schnell klar: Obwohl die Kinder teilweise sehr unterschiedliche Sprachen sprechen, beim gemeinsamen Spielen fallen Sprachbarrieren wie  Dominosteine.  

Die beiden Jugendsozialarbeiterinnen Angelika Hilpert und Ulrike Aschenbrenner haben das KIWI-Projekt an ihre Schule geholt und damit auch im Kollegenkreis Interesse geweckt, kommt doch ganz spontan ihre Kollegin Aggül Mihriban von der Jugendsozialarbeit an der Grundschule Neutraubling vorbei. Sie ist sich schnell sicher, dass sie KIWI demnächst auch an ihre Schule holen möchte. Derweil freut sich die Wiesenter Klassleiterin Birgit Meierhofer über die seltene Gelegenheit, ihre Klasse mal aus der Ferne in Aktion zu betrachten. Ein völlig neuer Blickwinkel, den sie absolut als Bereicherung sieht. „Unsere Deutschklasse, das sind 15 Individualisten, jeder mit seiner eigenen Geschichte. Zu sehen, wie sie dennoch alle an einem Strang ziehen und zu einer echten Klassengemeinschaft werden, ist eine wunderbare Sache.“

Meierhofer sieht ihre Aufgabe in der Deutschklasse ganz klar darin, den Kindern einen „sicheren Raum mit Regeln und Regelmäßigkeiten“ zu geben, den sie aufgrund ihrer Biografie verloren hatten, sei es als Kriegsflüchtling oder weil sie mit ihren Eltern aus wirtschaftlichen Gründen von einem anderen Land nach Deutschland kamen. Die KIWI kids-box, die Spiele und interaktive Übungen zu Themen wie Heimat, Familie, Freundschaft oder Kinderrechte enthält, ist ein hochwertig ausgestattetes, dabei aber für die Schulen kostenloses Tool, mit dem diese weiter arbeiten können, wenn das CARE-Team schon längst in die nächste Schule weitergezogen ist.

Hintergrund: Die Nonprofit-Organisation CARE wurde 1945 von amerikanischen Wohlfahrtsverbänden unter dem Titel „Cooperative for American Remittances to Europe“ gegründet, um den Menschen im kriegsgebeutelten Europa wieder auf die Beine zu helfen. Auch heute noch widmet sich das „CARE-Paket“ aktuellen Aufgaben.

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