Zehn erfolgreiche Jahre Jugendsozialarbeit an Schulen im Landkreis Regensburg

Jugendsozialarbeit an Schulen – seit zehn Jahren ein Erfolgsprojekt im Landkreis Regensburg: 
Von links: Karl Mooser, ehemaliger Jugendamtsleiter und einer der Gründungsväter von JaS im Landkreis Regensburg, Hans-Jürgen Fehrmann, Geschäftsführer ejsa Regensburg (Evangelische Jugendsozialarbeit Regensburg), Yvonne Hruby, Teamleiterin der Jugendsozialarbeit an Schulen im Landkreis, Werner Kuhn, Jugendamtsleiter, Staatssekretärin Carolina Trautner, Bayerisches Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales, Landrätin Tanja Schweiger, Maximilian Sedlmaier, Abteilungsleiter für soziale Angelegenheiten. Foto: Theresa Unglaub/LRA
Jugendsozialarbeit an Schulen – seit zehn Jahren ein Erfolgsprojekt im Landkreis Regensburg: Von links: Karl Mooser, ehemaliger Jugendamtsleiter und einer der Gründungsväter von JaS im Landkreis Regensburg, Hans-Jürgen Fehrmann, Geschäftsführer ejsa Regensburg (Evangelische Jugendsozialarbeit Regensburg), Yvonne Hruby, Teamleiterin der Jugendsozialarbeit an Schulen im Landkreis, Werner Kuhn, Jugendamtsleiter, Staatssekretärin Carolina Trautner, Bayerisches Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales, Landrätin Tanja Schweiger, Maximilian Sedlmaier, Abteilungsleiter für soziale Angelegenheiten. Foto: Theresa Unglaub/LRA

13.11.2019 „Kein Kind, kein junger Mensch darf verloren gehen!“ – so lautet der Grundsatz und das Leitmotiv der Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS). Vor zehn Jahren wurden im Landkreis Regensburg die ersten zwölf Fachkräfte an zwei Sonderpädagogischen Förderzentren, acht Mittelschulen und dem Staatlichen Berufsschulzentrum Regensburger Land eingesetzt. Inzwischen ist das Netz auf 35 Fachkräfte an 28 Schulen – darunter nun auch drei Realschulen, eine Berufsschule sowie zehn Grundschulen – angewachsen. Bei der Feierstunde zu „10 Jahre JaS im Landkreis Regensburg“ am vergangenen Freitag in der Max-Ulrich-von-Drechsel-Realschule Regenstauf konnte Landrätin Tanja Schweiger auch die Staatssekretärin im Bayerischen Sozialministerium, Carolina Trautner, begrüßen.

Landrätin Tanja Schweiger bedankte sich insbesondere bei Yvonne Hruby, die als Teamleiterin des Projekts von Anfang an dabei war. „Es ist sozusagen ihr Baby, das sie mit viel Engagement und Herzblut großgezogen hat. Sie war in den vergangenen zehn Jahren ruhelos unterwegs, um JaS im Landkreis zu verbreiten und voranzubringen“, erklärte die Landrätin. Dass es im Landkreis Regensburg so gut laufe, sei keine Selbstverständlichkeit. Im Landkreis Regensburg sei die Jugendsozialarbeit an Schulen an das Jugendamt angegliedert. „Der Vorteil an unserer Struktur ist, dass sich alle JaSler in einem Team austauschen können“, sagte Tanja Schweiger. „Bei Problemen können sie auf die Fachkompetenz der rund hundert Kolleginnen und Kollegen im Jugendamt zugreifen.“ Sie rechne es dem Kreistag außerdem hoch an, dass über die Relevanz der JaS parteiübergreifend immer Einigkeit geherrscht habe. „Wir haben festgestellt, dass die Zahlen für die stationäre Unterbringung rückläufig sind. Mit unserem großen Netzwerk an sozialpädagogischen Fachkräften können wir die Kinder und Jugendlichen präventiv und niederschwellig an den Schulen unterstützen“, so die Landrätin.

Staatssekretärin Carolina Trautner vom Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales betonte die immer größer werdende Bedeutung der Jugendsozialarbeit an Schulen. „Die JaSler unterstützen die jungen Leute, die sich erst noch über ihren eigenen Weg im Leben klar werden müssen.“

Im Anschluss an die Grußworte und Einlagen der Big Band der Realschule Regenstauf folgte ein Podiumsgespräch, in der die Schulleiterinnen Maria Kehrer-Leierseder (MS Lappersdorf) und Ernestine Schütz (BSZ Regensburger Land), sowie German Sperlich (Teamleiter soziale Dienste im Kreisjugendamt), JaS-Teamleiterin Yvonne Hruby und JaS-Fachkraft Stefanie Horst von ihrer Arbeit in den letzten zehn Jahren berichteten.

In der Aula der Schule wurde eine Ausstellung zur Entwicklung der Jugendsozialarbeit an Schulen in den vergangenen zehn Jahren gezeigt. Außerdem stellten sich die Kooperationspartner der JaS mit Infoständen vor, darunter das Gesundheitsamt, die Polizei, Jugendpfleger, das KoKi-Netzwerk, der Sozialpädagogische Fachdienst, die Erziehungsberatungsstellen von Stadt und Katholischer Jugendfürsorge, der sozialpädagogische Fachdienst an der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, die Integrationsstelle, der Familienstützpunkt, die Agentur für Arbeit sowie die Gastgeberschule selbst.

Hintergrund:

Der JaS-Fachbeirat:

Er setzt sich aus Vertretern der öffentlichen Jugendhilfe, dem Jugendamt, dem Schulamt, den Schulleitungen und den JaS-Fachkräften zusammen. Ihm obliegt die Aufgabe, aktuelle Fragen und Probleme der Jugendsozialarbeit anzusprechen. Der erste Fachbeirat im Landkreis fand 2011 statt, daraufhin folgten drei weitere in den Jahren 2014, 2016 und 2018.

Arbeitsschwerpunkte der JaS:         

  • Einzelfallhilfe: Beratung junger Menschen und direkte Problemlösungen an Schulen
  • Sozialpädagogische Gruppenarbeit: Einübung sozialer Umgangsformen, Förderung der Kommunikations- und Beziehungsfähigkeit, Stärkung des Selbstvertrauens der Schülerinnen und Schüler sowie der Integrationsfähigkeit und das Erfahren und Selbstwirksamkeit
  • Netzwerkarbeit: Weitervermittlung bei komplexen Problemlagen an andere Einrihtungen, Dienste und Beratungseinrichtungen

Ausgewählte Projekte von und mit JaS:

  • Gewaltprävention, Klassengemeinschaft, Sozialkompetenz
  • Medienprävention
  • Vielfalt und Toleranz
  • Suchtprävention
  • Sexualaufklärung
  • Verbesserung des Schulklimas
  • Mobbing/Ausgrenzung
  • Ausgewählte Angebote in den Ferien
  • Übergang von Schule zu Beruf
  • Schüler-AGs
  • Ernährung, Gesundheit, Körperwahrnehmung

 

 

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